Karneval

Finale mit historischen Augenblicken

Schlabber & Latz: der schiere Wahnsinn
© Klaus Michels/EXPRESS, für radiokoeln.de

Und es kam "Tino vom Taxi", die Neuentdeckung des letzten Jahres!
Es heißt immer, das zweite Jahr sei für Künstler schwieriger als das erste, doch Tino Selbach beweist das Gegenteil. Der ausgebildete Opernsänger nimmt sich "I will survive" genauso vor wie "Walking on sunshine" von Kathrina & The Waves. Eine türkische Nummer unterstützt er mit gekonntem Hüftschwung - die Damen im Saal flippen förmlich aus. Mit seiner Performance auf derart hohem Niveau kann er es sich erlauben, Witze aus der schärfsten Schublade zu bringen, ohne dass jemand verstimmt ist: "Kardinal Meisner ist die Rache Gottes für die Sünden dieser Stadt." Das Sartory fällt Tino vom Taxi zu Füßen, als er singt "Time to say...ALAAF!" Stehende Ovationen.

Und ein historischer karnevalistischer Moment begann: dem Duo "Schlabber & Latz", das nach diesem unglaublichen Tino vom Taxi kam, ist es gelungen, den Auftritt von Tino glatt vergessen zu lassen!
Mit einem denkwürdigen Auftritt, dem lustigsten, den der Kölner Karneval in den letzten Jahren erlebt hat - von wem auch immer! Es fing noch harmlos an: der Kluge doziert über ein esoterisches Wellness-Programm für holländische Gäste, der Doofe übersetzt auf Küchen-Holländisch, das Programm bestehe aus "hampele und s-trampele, holpere un s-tolpere, klimpere un pimpere..."
Danach nimmt das Programm an Fahrt auf mit den "Zipperlein" in der Midlife Crisis, die gar nicht mehr aufhören. Unvergleichlich, wie sich die beiden an ihren Dialogen hochschaukeln. Das ist pure Comedy. Glückwunsch an Bernd Horbach und Dieter Baumanns! Sie haben in drei Jahren beim Literarischen Komitee ihre Form gefunden. Jetzt kann es losgehen, im Haifisch-Becken "Kölner Karneval"!

Nach den furiosen Auftritten von Tino vom Taxi und dem Duo Schlabber & Latz hatten es die "Kölsche Adler" naturgemäß schwer, die Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen. Die Gruppe ist neu im Literarischen Komitee, und dass sie die Schlussnummer bilden durfte, deutet darauf hin, dass das Komitee ihr viel zutraut. Der Sound der 9-Mann-Live-Band war insgesamt in Ordnung, lediglich Schlagzeug und Gesang waren etwas zu weit im Hintergrund.

Der Vorstellabend des Literarischen Komitees ging zu Ende - er war reich an Highlights: die jungen Rednertalente, die Gruppe "Kölschraum" das "Vingströschen", Knittler, Elke Breu, der "Schofför", Tino vom Taxi, Schlabber & Latz.

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Das waren die Vorstellabend 2009. Hier noch einmal ein Rückblick auf die vergangene Session!

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