Karneval

Altstädter: moderner Corpsappell

Kathrin Basinski und Marc Conrad treffen "Legende" Gerdemie Basseng
© Hans-Georg Jäckel, www.typischkölsch.de

Den bisher flottesten Corpsappell der Session haben die Altstädter abgeliefert - und nach zweieinhalb Stunden war alles vorbei. Geblieben war die Erkenntnis, dass man einen hellen Kopf als Präsidenten und junge Leute hat, die richtig gut tanzen. Doch der Reihe nach.
Den Anfang machte traditionell die Jugendtanzgruppe der Altstädter, die "Kölsche Dilledöppcher". Seit 18 Jahre gibt es sie, und die diesjährige Gruppe zeigte viele verschiedene tänzerische Elemente samt Hebefiguren - und das, obwohl keine Männer zum Heben da waren. Die Dilledöppcher haben nämlich nur zwei Jungs.
Und es zog im Saal ein Feeling auf, als nahte der Rosenmontagszug: der Spielmannszug der Altstädter mit Hermann-Josef Thierry samt Kapelle. Zusammen bringen sie einen unwahrscheinlich komplexen und druckvollen Klang auf die Bühne! Thierry bekam von Altstädter-Präsident Hans Kölschbach einen neuen Hut samt Federbusch zum 50. Geburtstag - und der alte wurde mit spitzen Fingern und mit Servietten angepackt, weil er nach all den Jahren und sessionslang vollgeschwitzt und deshalb nicht mehr der frischeste sei.

Und dann sagte Präsident Kölschbach zu seinen Altstädtern, die befördert und geehrt werden sollten, "nehmt Haltung an! Hier sitzen richtige Generäle im Publikum."
Kölschbach machte sich später einen Spaß daraus, einen echten Flottenadmiral, den Kölner Rolf Schmitz, zum Leutnant der Reserve zu ernennen - eine glatte Degradierung...
Stadtdechant Johannes Bastgen wurde geehrt für hervorragendes Kamellewerfen und bedankte sich seinerseits bei den Altstädtern für deren Mithilfe beim Martinszug der Dompfarre: die Altstädter stellen das Pferd, den Martinsreiter darauf, die Musik und die Weckmänner für die Kinder.
Und es nahte der große tänzerische Höhepunkt.

Dass Katrin Basinski und Marc Konrad zu den Spitzen-Tanzpaaren von Köln gehören, ist bekannt. Aber wie sie dieses Jahr den Mariechen-Tanz, den einst Gerdemie und Karl-Heinz Basseng geschaffen haben, interpretieren, ist an Einfühlsamkeit und athletischer Leistung kaum zu toppen.
Ihr neuer "Kallendresser" -Tanz zeigte dazu neue Seiten des gesamten Tanzcorps: außer Marc Konrad durften auch andere Altstädter-Tänzer ihr Mariechen auf den Arm nehmen und hochheben- eine sympathische Premiere für Everybody's Darling und ihre Freunde.
Mit einem Zapfenstreich ging der Abend der Altstädter im Pullman- Hotel zu Ende.
Das Paradebeispiel für einen modernen Corpsappell.



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