Altstädter: moderner Corpsappell

Den bisher flottesten Corpsappell der Session haben die
Altstädter abgeliefert - und nach zweieinhalb Stunden war
alles vorbei. Geblieben war die Erkenntnis, dass man einen hellen
Kopf als Präsidenten und junge Leute hat, die richtig gut
tanzen. Doch der Reihe nach.
Den Anfang machte traditionell die Jugendtanzgruppe der
Altstädter, die "Kölsche Dilledöppcher".
Seit 18 Jahre gibt es sie, und die diesjährige Gruppe zeigte
viele verschiedene tänzerische Elemente samt Hebefiguren - und
das, obwohl keine Männer zum Heben da waren. Die
Dilledöppcher haben nämlich nur zwei Jungs.
Und es zog im Saal ein Feeling auf, als nahte der Rosenmontagszug:
der Spielmannszug der Altstädter mit Hermann-Josef Thierry
samt Kapelle. Zusammen bringen sie einen unwahrscheinlich komplexen
und druckvollen Klang auf die Bühne! Thierry bekam von
Altstädter-Präsident Hans Kölschbach einen neuen Hut
samt Federbusch zum 50. Geburtstag - und der alte wurde mit spitzen
Fingern und mit Servietten angepackt, weil er nach all den Jahren
und sessionslang vollgeschwitzt und deshalb nicht mehr der
frischeste sei.
Und dann sagte Präsident Kölschbach zu seinen
Altstädtern, die befördert und geehrt werden sollten,
"nehmt Haltung an! Hier sitzen richtige Generäle im
Publikum."
Kölschbach machte sich später einen Spaß daraus,
einen echten Flottenadmiral, den Kölner Rolf Schmitz, zum
Leutnant der Reserve zu ernennen - eine glatte Degradierung...
Stadtdechant Johannes Bastgen wurde geehrt für hervorragendes
Kamellewerfen und bedankte sich seinerseits bei den
Altstädtern für deren Mithilfe beim Martinszug der
Dompfarre: die Altstädter stellen das Pferd, den Martinsreiter
darauf, die Musik und die Weckmänner für die Kinder.
Und es nahte der große tänzerische Höhepunkt.
Dass Katrin Basinski und Marc Konrad zu den Spitzen-Tanzpaaren
von Köln gehören, ist bekannt. Aber wie sie dieses Jahr
den Mariechen-Tanz, den einst Gerdemie und Karl-Heinz Basseng
geschaffen haben, interpretieren, ist an Einfühlsamkeit und
athletischer Leistung kaum zu toppen.
Ihr neuer "Kallendresser" -Tanz zeigte dazu neue Seiten
des gesamten Tanzcorps: außer Marc Konrad durften auch andere
Altstädter-Tänzer ihr Mariechen auf den Arm nehmen und
hochheben- eine sympathische Premiere für Everybody's
Darling und ihre Freunde.
Mit einem Zapfenstreich ging der Abend der Altstädter im
Pullman- Hotel zu Ende.
Das Paradebeispiel für einen modernen Corpsappell.










