Karneval

Jürgen Roters ist ein Roter Funk!

Jürgen Roters ist ein Roter Funk. Am Abend des 11. Januar hat er beim Regimentsappell von Kölns ältestem Traditionscorps im Maritim den Eid auf die Fahne abgelegt.
Dabei trug er eine rote Litewka-Uniformjacke und eine Rote Funken-Mütze. Damit die Jacke dem Oberbürgermeister genau passt, hatten die Funken Anfang Januar eine Schneíderin zum Maßnehmen ins Rathaus geschickt.
Rote Funken-Präsident Heinz-Günther Hunold betonte, Roters sei kein Ehrenmitglied seiner Gesellschaft, sondern ab sofort ein normaler Roter Funk: "Er ist einer von uns - mit Wahlrecht."
Die Vorgänger von Roters, Norbert Burger und Fritz Schramma, waren bereits vor ihrer Wahl zum Oberbürgermeister reguläre Rote Funken gewesen.

Und dann gab es da die große Attraktion des Abends: DRFSDSSK - Die Roten Funken Suchen Den Super Sing Knubbel.
Alle vier Unterabteilungen der Funken, Knubbel genannt, stellten sich einer hochkarätigen Jury mit Erry Stoklosa (Bläck Fööss), Jürgen Fritz (Tommy Engel-Band) und Henning Krautmacher (Höhner).

Der 1. Knubbel um Ehrenpräsident Gisbert Brovot brachte ein neues Knubbel-Lied mit viel "Täterätätä, "Wauwauwau" und "Schnädderedäng".
Viel Gelächter im Maritim, die Jury fand das Lied "großartig".
Der 2. Knubbel traf mit einem ruhigen Trauerlied und einer Weiße-Handschuh-Choreo den Nerv der Funken und die sentimentale Seite des Karnevals. Erry Stoklosa rühmte den "niveauvollen Text". Hennig Krautmacher fand, der 2. Knubbel sei "der lebende Beweis, dass Männer mit Schnäuzer singen können".
Der 3. Knubbel holte sich Hilfe von außen - Marita Köllner hat gemeinsam mit ihnen ihr Lied "Mer dun et alles nur för Kölle" gesungen - mit Rote Funken-Textzeilen, natürlich. Und erneut fand die Jury einen Vortrag "großartig".
Der 4. Knubbel nennt sich gern der "Wohfühl-Knubbel". Sein Live-Act war das Gegenteil davon. Die eigene Knubbel-Rockband ließ es ordentlich krachen und der Lead-Sänger verfügt über eine standesgemäße Reibeisenstimme. Die Jury verstieg sich zu Superlativen: "Status Quo des Kölner Karnevals" (Jürgen Fritz), "echter Rock'n Roll" (Henning Krautmacher), "Revolution statt Tradition" (Erry Stoklosa).
DRFSDSSK - ein niveauvoller Blödsinn, der zu einer salomonischen Jury-Entscheidung führte:
1. Preis in der Kategorie "Phantasievoller Text": 1. Knubbel
1. Preis in der Kategorie "Met Hätz un Jeföhl": 2. Knubbel
1. Preis in der Kategorie "Bestes Plagiat": 3. Knubbel
1. Preis in der Kategorie "Der meiste Radau": 4. Knubbel


Danach wurden den neu vereidigten Funken wieder Spitznamen verpasst, die sie ihr Funkenleben lang tragen werden.
Ein Banker heißt jetz "Schwazzjeld", ein guter Tänzer ist jetzt der "Möhne-Wibbel", ein blaublütiger Funk mit einer Verbindung zu Afrika ist nun der "Aape-Künning" und ein anderer hört, warum auch immer, von nun an auf den Namen "Krützgranatestäänhajelvoll."

Ein Wort noch zum Tanzpaar der Roten Funken, Martina Pourrier und Pascal Solscheid. Niemand verkörpert die Persiflage des Militärwesens treffender und schöner als diese beiden in Gestik, Mimik und Tanz. Spannend: Wenn Pascal seine Martina blitzartig den Rücken runterschlittern lässt, dann sieht das manchmal nach einer Mischung aus Verletzungsgefahr und Funken-Laissez-faire aus. Große Klasse, jedenfalls!



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