Archiv

Stadtarchiv Erste Urteile vor dem Landgericht gefallen

Das Landgericht Köln hat einen Bauüberwacher der KVB wegen des Stadtarchiv-Einsturzes im Jahr 2009 zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten verurteilt.


Weil er seine Kontrollpflichten beim U-Bahnbau am Waidmarkt verletzt hätte, habe sich der Mann der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht, so der Richter. 

Damals starben zwei junge Männer. Alle anderen Angeklagten, eine Bauüberwacherin der KVB sowie zwei Bauleiter der Baufirmen, wurden freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte Bewährungsstrafen für drei der vier verbliebenen Angeklagten gefordert. Die Verteidigungen hatten Freisprüche für alle Angeklagten gefordert.

Prozess geht weiter

Aktuell laufen am Landgericht noch ein weiterer Strafprozess gegen einen Bauleiter und ein Zivilverfahren, in dem Baufirmen und Stadt darüber streiten, wer für die weit über 1 Milliarde Euro Schadenssumme aufkommen soll.

Oberbürgermeisterin Reker sieht in dem gefällten Urteil Rückenwind für die Stadt: "Es ist zumindest ein zartes Signal für den Ausgang des Zivilprozesses."

Reaktionen auf Urteil durchwachsen

"Es ist gut, dass jetzt ein Urteil gefällt wurde und der Strafprozess für einen Teil der Beschuldigten zum Abschluss gekommen ist", reagierte KVB-Chef Jürgen Fenske auf das Urteil. An diesem Tag gedenke man in besonderer Weise der Opfer des Unglücks, insbesondere der beiden verstorbenen jungen Männer, so Fenske weiter.

Das Urteil stößt bei einigen Kölnern auf Unverständnis. Sie sehen es als zu lasch an. 

Der vorsitzende Richter sagte in seiner Urteilsbegründung, ihm sei klar, dass in der Öffentlichkeit die Freisprüche und die Bewährungsstrafe als sehr gering empfunden würden. Aber das sei nicht die Richtlinie für die Entscheidung gewesen.

(Meldung vom 13.10.2018/PR)


Anzeige
Zur Startseite